Der Landesbeauftragte

für Computereinsatz im Religionsunterricht



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Einsatz von Digitalkameras im Unterricht

Wie viele Pixel sollen es denn sein?

Ein Pixel ist der kleinste darstellbare Farbpunkt eines Bildes; je mehr davon also ein Bild auflösen, umso schärfer ist es. - Richtig?

Ja und nein! Wichtige Faktoren sind z. B. die Größe des eingebauten Sensors, der die Lichtimpulse digitalisiert sowie natürlich ganz entscheidend auch das verwendete Objektiv. Es hängt davon ab, wie es mit dem Bild weiter gehen soll, denn für das menschliche Auge reichen bei einem Ausdruck in Postkartengröße (10 x 15 cm) 3 Megapixel, also 3 Millionen Pixel, völlig aus, um einen fotorealistischen Eindruck zu machen. Mit anderen Worten, wenn man "nur" Fotos im Postkartenformat machen möchte, wirken die Bilder einer 20 Megapixelkamera nicht unbedingt schärfer als die einer 5 Megapixel-Kamera.

Warum bieten dann aber Kamerahersteller eine noch höhere Auflösung an?
1. Für Vergrößerungen über Postkartenformat hinaus.
2. Wenn man aus einem Bild nachträglich einen Ausschnitt wählen möchte hat man im Fall einer hochauflösenden Kamera mehr Reserven für die scharfe Darstellung eben solcher Ausschnitte.

Wenn man die digitalen Fotos vergrößern möchte, dann schafft eine Kamera ab 5 Megapixel Auflösung lässig DIN A 4, während dann eine ältere Kamera oder auch die Frontkamera in einem Smartphone oder Tablet (für die berüchtigten "Selfies", also Fotos, bei denen man sich mit ausgestreckter Hand selbst fotografiert) mit 2 Millionen Pixel schon deutlich "pixelig" wirkt, das heißt, man sieht schon die Rasterung durch die einzelnen Bildpunkte.

Eigenschaften von Digitalkameras, die sie für den Unterricht interessant machen:

  • Sofortige Kontrolle über die Qualität der Bilder (Helligkeit, Schärfe, Kontrast etc.).
  • Sofortige Verfügbarkeit (Möglichkeit zum Ausdruck, Weitergabe an Presse,  Präsentation über Computer- oder auch Fernsehbildschirm bzw. einen Beamer etc.).
  • Möglichkeit der unmittelbaren Weiterverarbeitung der Bilder.

Einsatzmöglichkeiten im Unterricht:

Wegen dieser Eigenschaften kann also eine Digitalkamera unkompliziert (und preiswert) zum Beispiel für folgende Zwecke eingesetzt werden:

  • Der tragbare "Mini-Scanner"
    Eine Digitalkamera kann als Ersatz für einen Scanner dienen, wenn es z.B. darum geht, in der Schulbibliothek (oder auch dem Stadtarchiv) Dokumente oder Grafiken zu digitalisieren. Wichtig ist in diesem  Fall eine gute Makrofunktion, damit man ggf. nahe genug an das Motiv herangehen kann. Da hier natürlich die Verwackelungsgefahr größer ist als bei weit entfernten Motiven, empfiehlt sich die Verwendung eines Stativs.

  • Schnelle Multimedia-Produktionen für Kreativität im Klassenzimmer
    Ebenso ist es sehr hilfreich, wenn man mit einer Digitalkamera Ergebnisse von Einzel- oder Gruppenarbeiten dokumentieren kann, um sie ggf. in einer anderen Stunde im Computerraum weiter zu bearbeiten oder sie ganz einfach über einen Beamer zu projizieren und sie mit der Klasse ung. Der Vorteil besteht hier ganz einfach in der Tatsache, dass wegen ein paar Scans nicht das Klassenzimmer verlassen werden muss, denn die Computerräume sind in der Regel nicht gerade sehr einladend für Gruppenarbeiten eingerichtet. Zum anderen wird der Computerraum nicht unnötig blockiert.

  • Zeichnungen und Skizzen für Arbeitsblätter oder Präsentationen
    Die Schüler können von ihren eigenen Skizzen oder auch vom Tafelbild des Lehrers Fotos anfertigen und in der nächsten Stunde im Computerraum dazu verwenden, ein sauberes Arbeitsblatt oder eine Computerpräsentation (z.B. mit Microsoft POWERPOINT) anzufertigen.

  • Illustrationen für Kurzgeschichten, Bibeltexte, Songs
    Es ist für Schüler sehr motivierend, für eine Geschichte (eine Bibelperikope, einen Songtext etc.) Illustrationen anzufertigen, die mit Hilfe der Kamera dann in ein "personalisiertes" Arbeitsblatt verarbeitet werden können. Dies können zum einen künstlerische Produktionen sein (Zeichnungen, Collagen) oder auch abfotografierte Rollenspiele in der Klasse oder auf dem Schulgelände. Diese Fotos könnten dann wiederum mit der Sprechblasenfunktion von WORD "professionell" weiter bearbeitet und in den behandelten Text integriert werden.
     
  • Spurensuche
    Auftrag: Gehe mit deiner Digitalkamera auf Spurensuche in deinem Heimatort. Finde und fotografiere so viele Spuren von Christentum wie möglich!

  • Illustrationen für Übungen im kreativen Schreiben
    Die Steigerung der letztgenannten Einsatzmöglichkeit besteht nun darin, dass die Schüler auch den zu illustrierenden Text selbst schreiben, also z.B. 

    - ein in die Gegenwart transformierter Bibeltext,
    - eine Parodie auf ein Lied,
    - einen fiktiven Tagebucheintrag einer biblischen Figur,
    - ein in eine andere Textgattung umgeschriebener Bibeltext.
     
  • Der Foto-Sitzplan
    Von einem Kollegen stammt folgende Idee: Er fotografiert alle seine Klassen am Schuljahresbeginn ab, druckt dieses Foto auf einem Farbdrucker zu Hause großformatig aus, lässt es dann in der nächsten Stunde zusammen mit einem wasserfesten Folienstift durch die Klasse gehen, mit der Aufforderung, jeder Schüler solle unter sein Gesicht seinen Namen schreiben. - Voilà, der Foto-Sitzplan!

 S. Schuhbeck

 

© Sebastian Schuhbeck, Bayer. Landesbeauftragter für Computereinsatz im Religionsunterricht ( 1998-2015 ) - Alle Rechte vorbehalten!

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