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Audioarbeit im Unterricht

"Jetzt sollen wir auch noch Audioprojekte im Religionsunterricht realisieren?"

Nein, Sie "sollen" nicht, Sie "können" so etwas nun auch ziemlich einfach  bewerkstelligen. Im Vergleich zu analoger Aufnahmetechnik mit Tonband oder Cassettenrekorder ist nämlich in der digitalen Welt die technische Hemmschwelle deutlich gesunken, denn das "Editieren" des digital aufgenommenen Materials ist heutzutage ungleich leichter und die nötige Software gibt es sogar kostenlos. Ein Klassiker in diesem Bereich ist das Programm Audacity (ausgesprochen: [ɔːˈdæsəti] wie das gleichlautende englische Wort für Kühnheit und nicht etwa wie man von deutschen Anwendern oft hört: auda-sitti). Audacity ist eine kostenlose Open-Source-Software zur Audioaufnahme und -bearbeitung, die unter dieser Adresse heruntergeladen werden kann:

http://audacity.sourceforge.net/

 

Bei etlichen der folgenden Ideen werden Sie u. U. einwenden, dass diese doch auch gänzlich ohne Audioarbeit in einer traditonellen Gruppenarbeit realisiert werden können, die im Anschluss vor der Klasse vorgetragen wird und ich werde Ihnen hier zustimmen. - Aber... wenn Sie Ihren Schülerinnen und Schülern sagen, dass mit dem Ergebnis einer Gruppenarbeit dann tatsächlich ein Audioprojekt erstellt werden soll, werden Sie im Normalfall eine höhere Einsatzbereitschaft bekommen, weil die Schüler diese Zielsetzung als relevanter und nachhaltiger erachten als das übliche Vortragen vor der Klasse.

Zweitens haben Sie ggf. etwas, das bei einem "Tag der offenen Tür" vorgeführt werden kann. (Urheberrechte beachten!).

Und drittens können Ihre Schüler an einem Projekt auch außerhalb der Unterrichtszeit und völlig asynchron arbeiten, d. h. im Unterschied zu einer synchron ablaufenden Gruppenarbeit im Klassenzimmer kann eine digitale Kooperation erfolgen, wann immer die einzelnen Gruppenmitglieder Zeit haben.

Last, but not least ist die bewusste Wahrnehmung medialer Gestaltungs- und Manipulationsmöglichkeiten ein kleiner Beitrag zur medienpädagogischen Bildung unserer Schülerinnen und Schüler.

Einige Ideen:

Man kann im Unterricht...

  • eigene kleine Hörspiele bzw. Hörszenen erstellen und die Geräusche in aller Ruhe hinterher dazumischen, z. B. zu

    • einzelnen Bibelstellen

    • kirchenhistorischen Ereignissen

    • ethisch relevanten Alltagsszenen

  • selbst gezeichnete Bildergeschichten vertonen (Themen wie oben)

  • Lieder mit neuen eigenen Texten versehen (Copyright beachten! Nur für den Klassenzimmergebrauch! Tipp: Viele Karaoke-Versionen finden sich im Internet.)

  • echte Interviews mit Mitschülern, Nachbarn, Passanten in der Stadt etc machen (ggf. mit der Aufnahmefunktion des Handys)

  • Videoclips neu synchronisieren

  • mit einem geeigneten Animationsprogramm (z. B. Crazy Talk) Personen auf Fotos, Gemälden oder eigenen Zeichnungen zum Sprechen bringen (d. h. die Lippen bewegen sich tatsächlich synchron zum Gesprochenen).

  • im Rahmen eines P-Seminars einen Audioguide für eine Kirche, eine Ausstellung, eine Gedenkstätte erstellen (z. B. mit dem Projektpartner Bayerischer Rundfunk)

  • eigene Podcasts erstellen und anderen zum Download zur Verfügung stellen (Copyright beachten!).
    Zur Erstellung von eigenen Podcasts könnten folgende Infos nützlich sein.

 

Julia Born und Christoph Terne von www.rpi-virtuell.de haben sich schon gründlich aus theoretischer und praktischer Hinsicht mit den pädagogischen Möglichkeiten von Audioarbeit im RU auseinandergesetzt, sodass ich an dieser Stelle auf deren Webangebot verweisen kann.

Sie finden dort weiterführende Informationen zu folgenden Gebieten:

 

Ein weiteres sehr empfehlenswertes Webangebot zum Thema Audioarbeit finden Sie auf der Website der baden-württembergischen Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen:

http://www.lehrerfortbildung-bw.de/werkstatt/sound/index.html

Hier werden Sie sehr gründlich über verschiedene Audiodateiformate informiert und es werden eine Reihe kostenloser Softwareprodukte zum Erstellen und Bearbeiten von Audiodateien vorgestellt. Konkrete unterrichtliche Anwendungsbeispiele finden Sie auch, allerdings etwas verstreut und nicht sehr zahlreich.

Video Bedienungsanleitungen (Tutorials)

Wenn Sie sich beispielsweise in der Bedienung der oben erwähnten kostenlosen Audio-Software Audacity statt durch eine schriftliche Bedienungsanleitung lieber durch ein Video unterweisen lassen möchten, dann suchen Sie ganz einfach auf der Videoplattform Youtube nach einem entsprechenden so genannten "Tutorial". Geben Sie dazu im Suchformular die Begriffe Audacity und tutorial ein (ggf. können Sie die Trefferzahl eingrenzen, indem Sie zusätzlich das Wort  deutsch eingeben).

Je nach Vorwissen können Sie entweder ein Einsteiger-Tutorial suchen oder aber gezielt nach Fragestellungen, wie z. B.

  • Wie schneidet man eine Aufnahme?

  • Wie stellt man ein Mikrofon so ein, dass ein annehmbares Resultat entsteht?

  • Wie kann man eine Sprechaufnahme im Nachhinein so bearbeiten, dass das Ergebnis nicht so "amateurhaft" klingt?
    Mikrofonrauschen entfernen; mit einem Kompressor "dünnen" Stimmchen mehr Kraft und Dynamik verschaffen; eine schwache/leise Aufnahme nachträglich verstärken... das alles benötigt nur wenige Mausklicks und dabei doch so entscheidend für das Hörerlebnis.

  • Wie kann man auf einer neuen Tonspur z. B. Musik, Hintergrundgeräusche, "Special effects" oder aber eine Kommentatorenstimme einfügen und die unterschiedlichen Tonspuren im richtigen Verhältnis zueinander auspegeln?

Gleichwohl kann ich Sie beruhigen, falls Sie jetzt den Eindruck bekommen haben, dass die Arbeit mit einem Audioschnittprogramm stundenlange Einarbeitungszeit erfordert: Ich selbst habe mich allein durch "Herumspielen" mit verschiedenen Menüpunkten in relativ kurzer Zeit in Audacity eingearbeitet. Und wenn ich Lehrerfortbildungen zum Thema "Audioarbeit" gebe, sehe ich jedes Mal, wie schnell auch "blutige Anfänger" vorzeigbare Projekte bewerkstelligen können.

 

Zusatztipp: Derartige "Tutorials" finden Sie übrigens zu allen möglichen Themen, nicht nur zum Thema Audioarbeit. Bestimmt ist Ihr Hobby bereits auch mit zahlreichen "Lehrvideos" vertreten.

Sebastian Schuhbeck

 

© Sebastian Schuhbeck, Bayer. Landesbeauftragter für Computereinsatz im Religionsunterricht ( 1998-2015 ) - Alle Rechte vorbehalten!

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