Der Landesbeauftragte

für Computereinsatz im Religionsunterricht



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Arbeit mit Tabellen
Mein Artikel "Bibelarbeit" bei Lehrer-Online (externer Link).

"Und nacha hod da Jesus gsogd..." - Erstellung einer Dialektbibel

Laut Deutscher Bibelgesellschaft (www.dbg.de) ist die Bibel derzeit in über 2.200 der schätzungsweise 6.500 Sprachen und Dialekte übersetzt.

Gehört Ihr Dialekt auch dazu?

Naja... es muss ja nicht gleich die ganze Bibel sein. Wie wär's mal für den Anfang mit ein paar Bibelperikopen? Für Schüler, die einen Dialekt sprechen, kann das jedenfalls eine riesen Motivation sein, sich mal wieder mit "dem Buch der Bücher" zu befassen.

Ich würde jedoch von Anfang an darauf bestehen, dass es eine textgemäße Übersetzung sein muss und nicht ein Abgleiten in eine krachlederne Bierdimpfl-Version. Eine gelegentlich (!) humorige Metaphorik sollten Sie Ihren Schülerinnen und Schülern aber schon zugestehen;  das erhöht wiederum die Motivation, auch die Produkte der Mitschülerinnen und Mitschüler zu lesen.

Ein Beispiel einer professionellen - stellenweise allerdings bewusst deftigen - Übertragung ins Wienerische finden Sie unter:

http://www.oasis.at/reli/hawara.htm   (Joh 20, 24-29 in: Da Jesus und seine Hawara - Wiener Evangelium von Wolfgang A. Teuschl)

Dazu ein methodischer Vorschlag:

Sie gehen mit Ihrer Klasse in den Computerraum und lassen ein Textverarbeitungsprogramm starten.

Fügen Sie eine (Mini-)Tabelle ein, die nur aus einer Zeile mit zwei Spalten besteht (weil wir sozusagen eine zweispaltige Synopse Hochdeutsch-Dialekt erstellen wollen).

Klicken Sie dazu im Menüpunkt "Tabelle" auf "Einfügen". Wählen Sie im nun erscheinenden Kontextfenster die Optionen "2 Spalten" und "1 Zeile". - Fertig!

In das linke Tabellenfeld lassen Sie aus einer Online-Bibel (z.B. www.bibelserver.de) eine selbst gewählte Perikope durch Kopieren-Einfügen eintragen; und in die rechte Spalte kommt dann die zu erarbeitende Übersetzung.

Ausdrucken - zum Genießen im Klassenzimmer aufhängen - fertig!

Der maximale Genuss wäre natürlich dann eine Veröffentlichung einiger besonders gelungener Kostproben im Internet, z.B. auf der Schulhomepage.

Aber auch so macht diese Art von Bibelarbeit schon großen Spaß.

"Meine Schüler sprechen aber keinen Dialekt!"

Gelegentlich begegnet mir bei Fortbildungen der Einwand "Meine Schüler sprechen aber keinen Dialekt!". Nun, natürlich habe auch ich in verschiedenen Klassen eine unterschiedliche Anzahl von Schülern, die nicht in der Lage wären, Dialekt zu sprechen/schreiben. Für diese würde der Auftrag dann analog lauten, die fraglichen Bibelpassagen in "modernes" bzw. "jugendliches" Deutsch zu bringen, d. h. in eine sprachliche Fassung, die sie selbst auch sprechen würden. (Sind wir mal ehrlich: Kein Erwachsener, geschweige denn Jugendlicher verwendet Ausdrücke wie "gebenedeit seist du", "die Zeit ist erfüllt" der "deine Huld währt ewig" etc.)

 

© Sebastian Schuhbeck, Bayer. Landesbeauftragter für Computereinsatz im Religionsunterricht ( 1998-2015 ) - Alle Rechte vorbehalten!

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